Wohnlich und familiär – so wird das Ricam Hospiz häufig beschrieben. Selbstverständlich wird vorausgesetzt, dass es im Hospiz sauber und aufgeräumt ist. Slobodanka Müller und Nicole Tanneberger (im Gruppenbild rechts und links) reinigen hauptamtlich jedes Zimmer mit Ruhe und Bedacht. So schaffen sie schon während ihrer Arbeit eine angenehme Atmosphäre für die Patienten und deren Angehörige.

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Sie werden dabei von Andja Moharic (im Gruppenbild in der Mitte), einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin, unterstützt. Sie hat sich für diesen Aufgabenbereich entschieden, um während ihrer Arbeit ganz selbstverständlich in Kontakt mit unseren Patienten zu sein. Sie braucht nicht viele Worte zu machen, warum sie ins Zimmer kommt. Ihre Untensilien zeigen sofort, welche Aufgabe sie im Hospiz hat. Seit einiger Zeit ist sie zudem geringfügig beschäftigt, da ihr Engagement über das hinausgeht, was ehrenamtlich üblich ist. Ehrenamtliche Mitarbeiter, die das Reinigungsteam unterstützen, haben durch ihre Aufgabe viel Kontakt mit Patienten. Sie kennen die täglichen Abläufe im Hospiz und sind schnell allen bekannt und immer gern gesehen.

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»Bevor ich ins Ricam-Hospiz-Team kam, habe ich in verschiedenen anderen Einrichtungen gearbeitet…«, erzählt Nicole Tanneberger, eine der beiden hauptamtlichen Reinigungskräfte im Ricam Hospiz. »…dass es sogar ausdrücklich erwünscht ist, mit den Patienten auch Gespräche zu führen, hatte ich vorher noch nicht erlebt«. Neu ist für sie auch die Zusammenarbeit mit einer ehrenamtlichen Kollegin. »Die Arbeit ist für uns Hauptamtliche gut zu schaffen. Durch die ehrenamtliche Unterstützung können wir den Wischmob aber auch mal in die Ecke stellen, wenn jemand verzweifelt ist und reden will. Es fällt nicht leicht, Patienten auf später zu vertrösten.«, sagt Tanneberger. Ihre Kollegin, Danka Müller, nickt zustimmend. »Manchmal geht das nicht anders. Wichtig ist, sein Versprechen, später wieder zu kommen, auch zu halten.« Danka Müller ist am längsten dabei. »Die Patienten freuen sich, wenn wir ins Zimmer kommen. Einer liebte Musik und tanzte manchmal sogar mit mir.« Bei manchen fiel ihr der Abschied besonders schwer. Wenn Patienten länger bleiben entstehen ja auch persönliche Beziehungen. »Eine Zeit lang habe ich meine Pause immer mit einer älteren Dame verbracht. Wir tranken Kaffee und redeten.« Als sie im Sterben lag, konnte ich nicht mehr in ihr Zimmer gehen. Hier stützen sich die Kolleginnen und tauschen dann Aufgaben. Zusätzlich erhalten sie psycholgische Begleitung. Ihrer ehrenamtlichen Kollegin lassen sie bei der Aufgabenwahl immer den Vortritt. »Wenn meine Kollegin, Andja ihre Zeit hier spendet, dann sollte sie auch die Dinge machen, die ihr am besten liegen«, sagt Tanneberger, »Jeder lernt hier auch viel über sich selber und nimmt es mit in sein eigenes Leben. Das ist das Schönste und Schwerste hier«.

Das Reinigungsteam des Ricam Hospizes wird im Dokumentarfilm „Fünfzehn Zimmer“ porträtiert. Der Film läuft erneut am 26. April im Kino Babylon zusammen mit dem Film „Garten der Sterne“ im Programm des Festivals „Achtung Berlin“

Mittwoch, 26.04.2017 22:30 Uhr, Babylon 3

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